Acht Neuzugänge in der IP Hall of Fame

Kategorie: News
Veröffentlicht: Dienstag, 23. August 2016 10:10

50th Anniversary Homepage Graphic2Farbfotografie, Photoshop, iPhone ...

Am vergangenen Freitag wurden vom International Photography Hall of Fame and Museum (IPHF) acht weitere Persönlichkeiten in die Liste der International Photography Hall of Fame aufgenommen. Fünfzig Jahre existiert die Vereinigung bereits, die nun mittlerweile 73 Personen mit der Auszeichnung geehrt hat.
Voraussetzung zur Aufnahme: ein bemerkenswerter Beitrag zur Kunst oder Wissenschaft der Fotografie mit besonderer Strahlkraft auf die fotografische Industrie und/oder Geschichte. Unter den nun hinzugefügten Namen findet sich neben zwei „Photoshop-Brüdern“ auch Steve Jobs. Hier die Geehrten, kurz angeführt:

Ken Burns (geb. 1953), Dokumentarfilmer – stilprägend mit dem „Ken-Burns-Effekt“
Zwei Nominierungen für den Oscar, sechs für den Emmy Award und jeweils einen gewonnenen Emmy für „The Civil War“, für „Baseball“ und für „Unforgivable Blackness“ – Ken Burns ist amerikanischer Dokumentarfilmer, der einen nach ihm benannten Stil bzw. Effekt geprägt hat: Wenn, wie in historischen
Aufnahmen nun einmal so üblich, keine Bewegtbilder vorhanden sind, dann wird eben über die Fotografien geschwenkt und an sie herangezoomt. Eine Diashow, die durch Bildfahrten dynamischer und damit zuschauerlenkend wird. „Der Stil veranlasste Apple Inc. dazu, für ihre iMovie- und Final Cut Pro- Programme den Ken-Burns-Effekt zu kreieren, womit Nutzer dieselben Ergebnisse erzielen konnten, die Burns in seinen Dokumentarfilmen verwendete“, schreibt das IPHF dazu.

Ernst Haas (1921–1958), Fotograf – Vorreiter in der Farbfotografie
Als Pionier der Farbfotografie und einen der meist gefeierten sowie einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts wird Ernst Haas geehrt. Besondere Aufmerksamkeit erhielt er zunächst 1953 durch sein 24- seitiges Farbfoto-Essay über New York im LIFE-Magazin. So bunt hatte es das in dieser Form in diesem Magazin zuvor noch nicht gegeben. Und auch im New York Museum of Modern Art setzte er 1962 Maßstäbe, denn auch im MoMa war seine Farbfotografie-Ausstellung die erste ihrer Art.

Steve Jobs (1955–2011), Apple-Chairman – technischer Pionier
Erfinder, Unternehmer, Apple-Mitbegründer. Steve Jobs wird in die Hall of Fame aufgenommen, weil er dabei „half, Produkte zu kreieren, die die kreative Welt revolutionierten“. Insbesondere das iPhone habe tiefgreifende Veränderungen bewirkt, die sowohl die Kunst der Fotografie als auch die darum gelagerte Industrie betrafen. Aus seinem Schaffen seien „essenzielle Tools für Designer, Filmemacher, Musikproduzenten und Fotografen“ hervorgegangen.

John Knoll (geb. 1962) und Thomas Knoll (geb. 1960) – Adobe Photoshop
Welche Bedeutung Photoshop hat, muss wohl hier nicht erwähnt werden. Für die Erfindung und anfängliche Entwicklung der Software verantwortlich: die Gebrüder Knoll. Thomas Knoll „entwickelte 1988 die ersten Routinen für die Bildbearbeitung und als sein Bruder diese sah, ermutigte er ihn, sie in einem Paket zu bündeln.“ Herzlichen Dank also an die beiden! Thomas Knoll ist bis heute als Software-Entwickler für Adobe tätig, war bis Photoshop CS4 leitend im Einsatz und zeichnet unter anderem mitverantwortlich für Adobe Camera Raw. John Knoll arbeitet für Industrial Light & Magic und bringt seine CGI-Fähigkeiten in Hollywood zur Geltung: Star Wars, Star Trek, Hudson Hawk, Fluch der Karibik … Da wird einem auch schon mal ein Oscar für die besten visuellen Effekte zugesprochen.

Annie Leibovitz (geb. 1949) – Porträt-Fotografin
„Farben und Posen sind ihr Markenzeichen“, heißt es bei IPHF. Sie definierte den Stil des Rolling Stone- Magazins mit und durfte im Jahr 1991 als erste Frau in der National Portrait Gallery ausstellen. Queen Elizabeth II., Demi Moore, Caitlyn Jenner … von ihr abgelichtet und dann auf die Cover namhafter
Zeitschriften gebracht.

Graham Nash (geb. 1942) – Musiker und vieles mehr
Dieser Mann fotografiert nicht nur gut und gerne, sondern sammelt Fotografisches und wird vom IPHF als „Pionier der Digitalfotografie“ angeführt. Bereits 1980 experimentierte er mit dem Digitalen, doch allein, es fehlte etwas: ein Gerät, das das auf dem Bildschirm Sichtbare entsprechend qualitativ hochwertig zu Papier brachte. Das änderte sich, als Nash den IRIS-Drucker für sich entdeckte, weiter optimierte und im Zuge dessen die „Nash Editions“ gründete, ein Fine-Art-Digitaldruck-Unternehmen. Ein Porträt von David Crosby aus dem Jahre 1969 gehört zu einem der ersten gedruckten Exemplare und wird heute im Smithsonian’s National Museum of American History ausgestellt. Auch sein musikalisches Schaffen wurde bereits geehrt und so findet er sich nun nicht nur in der International Photography Hall of Fame, sondern auch in der Rock and Roll Hall of Fame wieder.

Sebastião Salgado (geb. 1944) – Dokumentarfotograf und Fotojournalist
120 bereiste Länder, acht Bücher und umfangreiche Projekte, die sich Zeit fürs Thema lassen: Sebastião Salgado hat zuletzt zum Beispiel mit GENESIS in acht Jahren und über 30 Ländern das Archaische, Ursprüngliche auf der Erde gesucht und gefunden. Eine tiefe Verbundenheit zur und größter Respekt vor der Natur sowie ein hohes Verständnis für das uns umgebende Soziologische – wiederzuerkennen in seinen Bildern und Anlass, ihn in die Hall of Fame aufzunehmen.

Bildquelle Vorschau und Titel: Foto von Matthew Yohe, CC BY-SA 3.0, Zuschnitt